Prinzipien

Prinzipien für barrierefreie Gestaltung

Barrierefrei gestaltete Angebote müssen grundlegende Prinzipien erfüllen:

Wahrnehmbarkeit – alle Informationen müssen so präsentiert werden, dass sie wahrgenommen werden können.

Grafisch vermittelte Informationen brauchen textbasierte Alternativen, die gewährleisten, dass blinden oder sehbehinderten Nutzern und Nutzerinnen die wesentlichen Informationen durch assisstive Technologien zur Verfügung gestellt werden. Der Zweck einer bestimmten Grafik muss sich eindeutig erschließen.

Auch bei Informationen, die per Audio oder Video vermittelt werden, ist eine Textalternative erforderlich.

Es muss sichergestellt sein, dass alle Inhalte und Informationen unabhängig vom gewählten Layout verfügbar sind. Die Gliederungselemente von Texten dürfen in digitalen Dokumenten nicht nur grafisch gestaltet sein, sondern müssen als Strukturmerkmal ausgezeichnet werden, so dass sie etwa von Screenreadern erkannt werden können.

Allerdings soll das Layout möglichst vielen Nutzern eine Unterscheidung der Inhalte ohne individuelle Anpassung erlauben – hier ist zum Beispiel auf einen ausreichenden Kontrast und eine angemessene Schriftgröße und Schriftart zu achten. Es empfiehlt sich, auf Schriftgrafiken zu verzichten und Farbe niemals als alleiniges Gestaltungsmerkmal einzusetzen.

Bedienbarkeit – es muss sichergestellt sein, dass alle Bestandteile der Benutzerschnittstelle genutzt werden und alle Nutzer und Nutzerinnen in den Inhalten navigieren können.

Dies bedeutet zunächst, dass alle Funktionen mit der Tastatur erreicht werden können. Die Tastaturbedienbarkeit ist für blinde Nutzer/innen die grundlegende und unabdingbare Voraussetzung, um digitale Inhalte selbstständig nutzen zu können.

Darüber hinaus benötigen oftmals mehr Zeit, um sich die Struktur einer Webseite oder eines Dokuments usw. zu vergegenwärtigen. Wenn die angebotenen Inhalte aber nur in einem einschränkten Zeitraum zur Verfügung stehen, weil sie wieder ausgeblendet, automatisch aktualisiert oder die Eingabe nach einer bestimmten Zeit abgebrochen wird, dann besteht die Möglichkeit, dass Informationen gar nicht oder nur unvollständig verfügbar sind.

Der Einsatz von blitzenden Elementen ist zu vermeiden, da der hochfrequente Wechsel von Farben, Hell-Dunkel oder ein- und ausgeblendeter Flächen eine sogenannte Reflexepilepsie auslösen kann.

Eine klare und deutliche Gliederung erleichtert es blinden und sehbehinderten Nutzern und Nutzerinnen, sich effizient Inhalte zu erschließen und mit ihnen zu arbeiten. So erlaubt etwa ein verlinktes Inhaltsverzeichnis den Zugriff auf eine gewünschte Textpassage.

Verständlichkeit – alle Informationen und die Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich und nachvollziehbar sein. Hierzu gehört, dass ein Dokument von einem Screenreader interpretiert werden kann, der zunächst die Information benötigt, in welcher Sprache das Dokument als Ganzes bzw. darin enthaltene fremdsprachliche Wendungen ausgelesen werden sollen.

Wichtig ist auch die Anordnung und Gestaltung der zur Verfügung gestellten Navigationsmechanismen, die nachvollziehbar und konsistent sein muss.

Damit blinde und sehbehinderte Nutzer/innen Formularelemente wie zum Beispiel Auswahllisten und Optionsfelder benutzen können, müssen sie zum einen mit der Tastatur ausgefüllt werden können, zum anderen benötigen sie eine mit dem Formularelement verknüpfte Beschriftung, die den Zweck jedes einzelnen Formularelements benennt. Damit werden fehlerhafte Eingaben vermieden.

Robustheit – Blinde und sehbehinderte Nutzer/innen sind oft auf Hilfsmittel wie zum Beispiel Screenreader oder eine Vergrößerungssoftware angewiesen, um Inhalte lesen und Funktionen nutzen zu können. Inhalte sollen also von einer möglichst großen Anzahl unterschiedlicher Hilfsmittel wiedergegeben werden können.