ibob-Partnertreffen Mai 2017

Presseinformation 1/2017

Unternehmen sowie Blinden- und Sehbehindertenorganisationen ziehen an einem Strang: „Digitalisierung kann eine Chance für alle sein“

Die Anforderungen einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt machen berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen unumgänglich. Doch gerade für blinde und sehbehinderte Beschäftigte erweist sich die Suche nach passenden Angeboten oftmals als schwierig. Das Projekt „iBoB“ will dies ändern.

Marburg, 22.05.2017 – „Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt verändert Arbeitsprozesse grundlegend“, sagt Ursula Weber, Vorsitzende des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS e.V.) bei ihrer Eröffnungsrede zum ersten Treffen der Kooperationspartner des Projektes „iBoB“ in Frankfurt. Der Name ist Programm: iBoB steht für „inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren“ und möchte blinden und sehbehinderten Arbeitnehmern den Zugang zu beruflicher Weiterbildung erleichtern.

Das Besondere: Namhafte Delegierte der Wirtschaft wie die Interessensgemeinschaft der Behindertenvertreter der 30 deutschen DAX-Konzerne sowie des UnternehmensForums sitzen an einem Tisch mit dem Team des DVBS unter Federführung von Geschäftsführer Klaus Winger, Vertreterinnen und Vertretern von Berufsförderungs- und Berufsbildungswerken, Schwerbehindertenvertretungen, Integrationsämtern, Forschungseinrichtungen, Bildungsträgern und Berufsvereinigungen. Gemeinsames Ziel: Den Wandel in der Arbeitswelt als Chance begreifen und mitgestalten. Und Betroffene in die Lage versetzen, Schritt zu halten. Denn eines eint alle Beteiligten: Das Interesse an der Sicherung von Arbeitsplätzen blinder und sehbehinderter Menschen und die gesellschaftliche Umsetzung von Inklusion.

Das neunköpfige Projektteam, das im November 2016 mit seiner Arbeit begonnen hat, stellte dabei die ersten Projektergebnisse vor. Ein wichtiger Meilenstein: Die Bedarfsanalyse blinder und sehbeeinträchtigter Erwerbsfähiger. Im Januar entwickelt, liegen nun erste Zwischenergebnisse vor. Überraschend die Resultate hinsichtlich der Veränderungserwartungen an den Arbeitsmarkt durch die allgegenwärtige Digitalisierung: Ein großer Teil der Befragten erwartet keinerlei Veränderungen für den eigenen Arbeitsplatz. Die Befragten sehen vorrangig Weiterbildungsbedarf in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie bei Sozial- und Führungskompetenzen. Dies deckt sich mit der Einschätzung von Arbeitgebern und Schwerbehindertenvertretungen. Im Rahmen des Treffens wurden außerdem zahlreiche Ideen für die Ansprache weiterer Arbeitgebergruppen entwickelt. Diese werden nun umgesetzt.

Die Ergebnisse dieser Befragung dienen als Grundlage für die Recherche nach barrierearmen oder -freien Weiterbildungsangeboten. Denn: In wenigen Monaten soll eine webbasierte Weiterbildungsplattform solche Angebote allen blinden und sehbehinderten Erwerbsfähigen zugänglich machen. Dies bedingt die Weiterentwicklung und Umsetzung von Barrierefreiheit sowie den Aufbau einer gezielten Weiterbildungsberatung, unterstützt durch ein Mentorennetzwerk.

Resultat des Workshops: Zahlreiche Vereinbarungen zu den unterschiedlichen Themenbereichen. Sie sollen nun in den Unternehmen und Institutionen diskutiert und weiterentwickelt werden. Beim nächsten Treffen im September werden weitere Fortschritte und Entwicklungen präsentiert.

Projektleiter Klaus Winger zeigte sich begeistert angesichts der positiven Rückmeldungen der Kooperationspartner: „Ein solches Projekt kann nur mit einem großen Netzwerk in die Breite getragen werden. Inklusion ist eine gesellschaftliche Herausforderung für alle. Wir sind zuversichtlich, dass wir auf diesem Weg mit Ihnen gemeinsam ein großes Stück weiter kommen werden“, freut sich Winger.

iBoB wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Mitteln aus dem Ausgleichsfonds gefördert. Voraussichtliches Projektende ist im Oktober 2019. Das iBoB-Angebot ist während der gesamten Projektlaufzeit kostenfrei. So profitieren Betroffene, Arbeitgeber und Bildungsanbieter. „Damit Barrierefreiheit zukünftig umfassend mitgedacht wird“, wie es DVBS-Vorsitzende Ursula Weber in Frankfurt formulierte.

Ursula Müller, iBoB Projektmanagement

Savo Ivanic, iBoB Öffentlichkeitsarbeit