Digitale Barrierefreiheit – Fachtagung

Ab Herbst 2018 gilt für alle EU-Mitgliedsländer die EU-Richtlinie für barrierefreie Webseiten und Apps öffentlicher Stellen. Am 15. Februar fand zu diesem Thema eine Fachtagung in der Bremer Landesvertretung in Berlin statt.

Uwe Boysen, früherer langjähriger Vorsitzender des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), der die Veranstaltung in Kooperation mit dem Behindertenbeauftragten der Freien Hansestadt Bremen geplant und durchgeführt hat, erklärte dort: „Wir vom DVBS bemühen uns seit Langem, digitale Barrierefreiheit voranzubringen. Wer als Mensch mit Behinderung einen seinen Fähigkeiten und Neigungen angemessenen Beruf ausüben will, der kann das heute nicht mehr ohne barrierefreie IT tun. Deshalb ist uns die konsequente Umsetzung der EU-Richtlinie, über die wir heute gesprochen haben, so wichtig.“

Staatliche Stellen werden mit der Umsetzung der EU-Richtlinie in die Pflicht genommen: Die EU-Richtlinie schreibt unter anderem eine ständige Überwachung der digitalen Angebote auf Barrierefreiheit sowie die Einrichtung eines Beschwerdemanagements vor. Die Privatwirtschaft wurde von der EU bislang ausgeklammert. Es bleibt zu wünschen, dass die Wirtschaft auch ohne rechtlichen Druck reagiert und Webseiten und Apps so gestaltet, dass auch Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderung die angebotenen Informationen vollständig wahrnehmen können. Allerdings wird bei der Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit die kritische, konstruktive Begleitung durch die betroffenen Interessensverbände erforderlich bleiben.